Sie kennen das sicher: Ihr Handy oder ein anderes Gerät streikt, und der Tüftler in Ihnen erwacht. Sie greifen zu Schraubenziehern, vielleicht sogar zu Messern, um es selbst zu reparieren. Plötzlich werden Sie mit unzähligen „Informationen“ und Methoden überschwemmt, die in Foren, von Freunden oder in viralen TikTok-Videos weitergegeben werden – alles mit dem Ziel, Likes und Klicks zu generieren. Vielleicht entwickeln Sie sogar selbst eine Methode, nur um dann ein Desaster zu erleben. Das Merkwürdige daran ist, dass diese Tipps mit der Zeit als unumstößliche Wahrheiten gelten, besonders wenn sie einmal jemandem geholfen haben. Doch diese Mythen haben der kritischen Prüfung durch die Wissenschaft und die Realität der Technologie nicht standgehalten und werden es auch in Zukunft nicht.

Wir alle kennen diese goldenen Faustregeln: „Leg dein nasses Handy in einen Beutel mit Reis“, „Schließe Hintergrund-Apps, um Akku zu sparen“ und „Lass dein Handy niemals über Nacht laden“. Manche dieser Tipps mögen früher funktioniert haben, doch sich heutzutage bei modernen iPhones darauf zu verlassen, kann kontraproduktiv sein. Tatsächlich beruhen die meisten dieser Annahmen auf einem grundlegenden Missverständnis darüber, wie diese hochentwickelten Technologien in unseren Hosentaschen funktionieren.
Heute gehen wir den Dingen auf den Grund und enthüllen die bekanntesten Technikmythen, warum sie falsch sind und wie sie Ihrem wertvollen Smartphone schaden können. Seien Sie sich bewusst, dass es sich um Mythen handelt.
Mythos Nummer eins: „Reis“ ist der magische Retter für ein nasses Handy

Das ist der altbekannte Trick: Sobald das iPhone ins Wasser fällt, schnell in einen Beutel Reis legen! Die Logik klingt einleuchtend: Reis saugt Feuchtigkeit auf. Doch die erschreckende Wahrheit ist: Das ist einer der gefährlichsten Irrtümer. Reis ist zwar ein Trockenmittel, aber er wirkt sehr langsam; er „pumpt“ das Wasser nicht aus dem Handy, sondern nimmt lediglich Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf.
Noch schlimmer ist, dass das Einlegen des Handys in Reis ein trügerisches Sicherheitsgefühl vermittelt, während das eingeschlossene Wasser seine zerstörerische Wirkung entfaltet und interne Bauteile sowie Kupferverbindungen auf der Hauptplatine korrodiert. Darüber hinaus können die feinen Reiskörner und der entstehende Staub in Ladebuchsen und Lautsprecheröffnungen eindringen und weitere Fehlfunktionen verursachen.
Was sollten Sie stattdessen tun? Apple rät offiziell davon ab, Reis zu verwenden. Legen Sie stattdessen das iPhone mit dem Ladeanschluss nach unten, klopfen Sie es leicht ab, um die Flüssigkeit ablaufen zu lassen, oder halten Sie es fest und spritzen Sie ein- bis zweimal Wasser darauf. Lassen Sie es anschließend mindestens eine halbe Stunde an einem trockenen Ort mit guter Luftzirkulation liegen.
Oder bringen Sie es sofort zu einem vertrauenswürdigen Fachmann, der es mit Spezialgeräten trocknet.
Mythos 2: Das manuelle Schließen von Apps spart Akku

Es besteht vor allem ein psychologisches Bedürfnis, die Apps aufzurufen und den Aufgabenbildschirm zu leeren; es fühlt sich an, als würde man ein unordentliches Zimmer aufräumen, um Platz für die Geschwindigkeit des Telefons zu schaffen.
Die technische Realität sieht jedoch so aus, dass dieses Verhalten den Akku nicht schont, sondern ihn sogar entladen kann! Unter iOS läuft die Anwendung beim Verlassen und Wechseln zu einer anderen nicht wie in älteren Betriebssystemen im Hintergrund weiter und verbraucht Prozessorressourcen, sondern das System „friert“ sie ein und speichert ihren Zustand im Arbeitsspeicher, ohne dabei Strom zu verbrauchen.
Wenn Sie eine App zwangsweise schließen und später wieder öffnen, müssen alle App-Daten von Grund auf neu in den Speicher geladen werden – ein technischer Vorgang, der deutlich mehr Akku verbraucht als das einfache Aufwecken aus einem eingefrorenen Zustand. Apple bestätigt dies: „Schließen Sie eine App nur zwangsweise, wenn sie eingefroren ist oder nicht reagiert.“
Mythos 3: Das Deaktivieren von Wi-Fi und Bluetooth über das Kontrollzentrum deaktiviert sie vollständig.

Wenn die Batterieanzeige rot blinkt, schalten viele Leute über das „Kontrollzentrum“ Wi-Fi und Bluetooth aus, weil sie denken, dadurch den Stromverbrauch zu stoppen.
Beachten Sie jedoch, dass das Ändern der Symbole von Blau auf Grau diese Funktionen nicht vollständig deaktiviert. Seit iOS 11 trennt diese Aktion lediglich die Verbindung zum aktuellen Netzwerk oder Zubehör, während die Funktionen selbst im Hintergrund aktiv bleiben.
Apple verwendet diese Funktionen, um sicherzustellen, dass wichtige Systemfunktionen wie AirDrop, AirPlay und Handoff weiterhin funktionieren und eine stabile Verbindung zu Ihrer Apple Watch oder Ihrem Apple Pencil aufrechterhalten wird. Wenn Sie diese Funktionen vollständig deaktivieren möchten, müssen Sie in den Einstellungen die entsprechenden Einstellungen manuell deaktivieren.
Mythos 4: Das Laden über Nacht schädigt den Akku

Dieser Mythos stammt aus der Zeit der alten Nickel-Cadmium-Akkus. Moderne Handys verwenden Lithium-Ionen-Akkus, die von intelligenten Energiemanagement-Chips (PMICs) unterstützt werden.
Tatsächlich ist Ihr Telefon schlauer, als Sie denken; sobald der Akku zu 100 % geladen ist, wird der Stromfluss zum Akku vollständig gestoppt, und das Telefon funktioniert direkt über das Ladegerät.
Darüber hinaus hat Apple eine Funktion für „optimiertes Laden“ hinzugefügt, die mithilfe künstlicher Intelligenz Ihren Lebensstil analysiert. Wenn Sie Ihr Smartphone beispielsweise um Mitternacht aufladen und um 8 Uhr morgens aufwachen, lädt es zunächst auf 80 % und lädt dann die restlichen 20 % kurz vor Ihrem Aufwachen. Dadurch wird die chemische Alterung des Akkus reduziert.
Mythos 5: Apple drosselt ältere iPhones, um Sie zum Upgrade zu zwingen.

Dieser Mythos ist der umstrittenste, und obwohl er auf einem realen Ereignis basiert (dem berühmten Batterygate-Fall), war das Ziel nicht das, was viele Leute denken.
Die technische Erklärung lautet, dass Apple die Leistung älterer iPhones tatsächlich drosselt, jedoch nicht, um zum Kauf zu animieren, sondern um plötzliche Abschaltungen zu verhindern. Lithium-Ionen-Akkus verlieren mit der Zeit ihre Fähigkeit, den Prozessor bei anspruchsvollen Aufgaben mit schnellen, hohen Spannungsspitzen zu versorgen. Benötigt der Prozessor Strom und der Akku kann diesen nicht liefern, schaltet sich das iPhone zum Schutz der internen Komponenten abrupt ab.
iOS nutzt daher das sogenannte „Leistungsmanagement“, das die Prozessorgeschwindigkeit leicht reduziert, um die Stabilität des Telefons zu gewährleisten. Beim Spielen oder Öffnen von Apps kann es zu leichten Verzögerungen kommen, aber das ist immer noch besser, als wenn sich das Telefon mitten in einem wichtigen Anruf ausschaltet!
letztes Wort
Wenn Sie verstehen, wie Ihr iPhone funktioniert – jenseits gängiger Mythen –, können Sie nicht nur beruhigt sein, sondern auch die Lebensdauer Ihres Geräts verlängern und alle seine Funktionen ohne unnötige Sorgen nutzen. Wenn Ihnen also das nächste Mal jemand rät, Ihr Handy in einen Reissack zu legen, denken Sie daran: Wissenschaft ist immer effektiver als solcher Aberglaube!
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