In den letzten Wochen haben Sie wahrscheinlich die Begriffe „sortiert“ oder „klassifiziert“ im Zusammenhang mit den Prozessoren des iPhone 17e oder des kommenden MacBook Neo gehört. Doch was genau bedeutet dieser scheinbar seltsame Fachbegriff? Vereinfacht gesagt, bezeichnet „Sortierung“ den Prozess, eine ganze Charge eines Produkts anhand bestimmter Merkmale zu trennen, um es dann unterschiedlich zu verkaufen oder zu verwenden. Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Bauer und ernten Äpfel: Die perfekten Äpfel kommen in den Korb „Ausgezeichnet“ und werden zum Höchstpreis verkauft, während die Äpfel mit optischen Mängeln in einen anderen Korb kommen und beispielsweise an Saftfabriken zu einem niedrigeren Preis verkauft werden. Apple macht genau dasselbe – nur eben mit Milliarden von Transistoren statt mit Früchten!

Wie funktioniert der Prozess der "Chipsortierung" technisch?
Prozessoren werden anhand zweier Kriterien klassifiziert: Taktfrequenz oder Konstruktionsfehler. Chips werden bei verschiedenen Frequenzen und Spannungen getestet, und diejenigen, die den Test bei höheren Geschwindigkeiten bestehen, werden von denen getrennt, die bei niedrigeren Geschwindigkeiten arbeiten. Apple gibt die Taktfrequenzen seiner Chips üblicherweise nicht bekannt, die endgültige Geschwindigkeit hängt jedoch maßgeblich von der Wärmeableitung des Geräts ab.

Die gängigste Methode zur Fehlerbehebung besteht darin, Teile des Chips zu deaktivieren, um Produkte zu retten, die andernfalls nicht hergestellt werden könnten. Moderne Prozessoren enthalten zig Milliarden Transistoren, und die für ihre Herstellung erforderliche Präzision ist so hoch, dass selbst ein Staubkorn ein winziges Bauteil zerstören kann. Anstatt den gesamten Chip zu verwerfen, deaktiviert Apple den fehlerhaften Kern entweder per Software oder Hardware und verwandelt so einen Chip mit sechs Grafikkernen in einen voll funktionsfähigen Fünfkern-Chip.
Apples lange Geschichte mit Chips
Apple verfolgt diese Strategie seit etwa zehn Jahren. Erinnern Sie sich an das iPad Pro der dritten Generation aus dem Jahr 2018? Es nutzte den A12X-Chip mit sieben Grafikkernen, während das ursprüngliche Design acht Kerne besaß. Damals traten Produktionsfehler häufig auf, weshalb Apple beschloss, jeweils einen Kern pro Chip zu deaktivieren, um Kosten zu sparen. Im Jahr 2020, als sich die Fertigungsqualität verbessert hatte, brachte Apple den A12Z-Chip auf den Markt – denselben Chip, aber mit aktiviertem achten Kern!

Heute sehen wir das deutlich am iPhone 17e, das eine ressourcenoptimierte Version des A19-Chips mit nur vier statt fünf Grafikkernen verwendet. Auch das Basismodell des MacBook Air M5 verfügt über zwei deaktivierte Grafikkerne (acht statt zehn). Dieser clevere Schachzug ermöglicht es Apple, die Ausbeute seiner Siliziumchips zu verbessern, was zu weniger Ausschuss und geringeren Produktionskosten führt und sich letztendlich im Preis des gekauften Geräts niederschlägt.
Hat diese Bewertung Auswirkungen auf die Leistung Ihres Geräts?

Die Leistung hängt jedoch nicht allein vom Chip ab; Kühlung, RAM-Geschwindigkeit und das Energiemanagement des Systems spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Chipkategorisierung ist kein Trick, um Ihnen mehr Geld für weniger Leistung zu verkaufen; sie ist branchenüblich und verschafft Apple einen großen Vorteil bei der Kostenkontrolle und ermöglicht es, eine Vielzahl von Optionen für unterschiedliche Budgets anzubieten. Wenn Sie also das nächste Mal ein vermeintlich günstigeres Gerät kaufen, denken Sie daran: Es könnte sich tatsächlich um einen „Pro“-Chip handeln, nur eben mit etwas weniger Kernen!
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